Hydrographische Übersicht Österreichs - Februar 2010
Der Februar 2010 präsentierte sich generell trocken und kalt. Wobei das Niederschlagsdefizit im Westen und Osten mit -40 bis -60% des Mittelwertes besonders deutlich ausfiel. Nur regional in Kärnten und in der Südsteiermark wurde der Normalwert überschritten.
An wenigen Messstellen ganz im Süden Kärntens wurde sogar das Doppelte des Monatsmittelwertes beobachtet.Die Lufttemperatur in der ersten Monatshälfte war in ganz Österreich winterlich und im Vergleich mit dem Monatsmittel zu kalt. Erst eine föhnige Südströmung in der zweiten Februarhälfte sorgte, vor allem im Westen, für frühlingshafte Temperaturen. In Summe lag die Lufttemperatur im Westen im Monatsmittel und von Salzburg nach Osten und im Süden mit -0,5 bis -1°C darunter. Nur der Norden Niederösterreichs war mit einer Abweichung von mehr als -1°C kälter.
Die regionale Verteilung der Niederschläge zeigt ein deutliches Defizit von -40 bis -60 % in Vorarlberg, Tirol, im südlichen Wiener Becken, in Wien und im Burgenland. Im Süden Kärntens und in der Südsteiermark wurden Niederschläge beobachtet, die mit 10 bis 20% über dem Normalwert lagen. Die Niederschlagssummen in Salzburg, Oberösterreich, in der Obersteiermark, im Wald- und Weinviertel lagen ebenfalls mit bis zu -10% im Defizit.
Bezogen auf das ganze Bundesgebiet wurde - wie schon im Jänner 2010 - auch im Februar der langjährige Monatsmittelwert mit ca. -20% deutlich unterschritten.
Das hochwinterliche und kalte Wetter brachte den Abfluss an fast allen Gewässern im Westen, im Norden und Osten Österreichs in den Niederwasserbereich. Am stärksten ausgeprägt war die Niederwassersituation entlang des Alpenhauptkammes im Salzkammergut, im Ennsgebiet, sowie im niederösterreichischen Most- und Industrieviertel. Die Abflüsse im südlichen, steirischen Murgebiet und in Kärnten starteten im Februar beim Mittelwert, blieben auf diesem Niveau bis zur Monatsmitte und erhöhten sich durch den Warmwettereinbruch und die, dadurch in den tiefen Lagen einsetzende Schneeschmelze in der zweiten Monatshälfte.
Im Februar 2010 zeigte sich in Vorarlberg ein recht unterschiedliches Grundwasserverhalten. Im Walgau, Bregenzerwald und im Norden des Rheintals herrschten insgesamt gleichbleibende bis steigende, im Süden des Rheintals, im Klostertal, Kleinwalsertal und im Montafon leicht sinkende Verhältnisse. In Tirol sanken die Grundwasserstände in den meisten Gebieten leicht ab, lediglich im Zillertal und im unteren Lechtal verblieben sie den ganzen Februar über auf annähernd gleichem Niveau. In Kärnten sanken die Grundwasserspiegel im Februar nahezu überall ab, nur im Klagenfurter Becken herrschten gleichbleibende und im Unteren Drautal leicht steigende Verhältnisse. In Oberösterreich herrschten größtenteils gleichbleibende Grundwasserverhältnisse. Die Grundwasserstände in Niederösterreich und Wien befanden sich größtenteils auf dem Niveau des Vormonats, nur in Teilen des Wiener Beckens und im Lainsitzgebiet sanken sie. Gegen Monatsende jedoch kam es in mehreren Gebieten zu einem deutlichen Anstieg. Allgemein lagen die Grundwasserspiegel über dem Mittelwert für diese Jahreszeit. Im Oberen Enns- und Murtal, im Gebiet Aichfeld-Murboden, im Mittleren Murtal und Grazer Feld blieb der Grundwasserspiegel auf annähernd gleichem Niveau, sonst sank er in der ersten Monatshälfte ab um in der Zweiten wiederum deutlich anzusteigen. Im nördlichen Burgenland stieg das Grundwasser auch im Februar weiter leicht an.
Details über die Entwicklung der wesentlichen Komponenten des Wasserkreislaufes – Niederschlag, Abfluss und Grundwasser – im Februar 2010 mit Abbildungen und Daten enthält das folgende Dokument.
Anzumerken ist, dass die in diesem Bericht enthaltenen hydrologischen Daten und Angaben ungeprüft und daher provisorischen Charakter haben.
Eine Übersicht aller aktuellen Pegelstände in Österreich und die Links zu den Hydrographischen Landesdiensten finden Sie unter:
http://gis.lebensministerium.at/ehyd (Karte: Aktuelle Pegeldaten Österreichs).
Downloads
Hydrographische Übersicht Februar 2010 (PDF 761,79 kB )
19.04.2010, Lebensministerium VII/3


