Seen in Österreich
Bei Urlaub in Österreich denken viele an die reizvolle Berg- und Seenlandschaft. Österreichs Seen sind großteils Alpenseen mit ökologisch gutem und sehr gutem Zustand. Aber auch Steppenseen im Osten an der Grenze zu Ungarn finden sich in Österreich.
Der größte See, der Bodensee in Vorarlberg, im Westen Österreichs, befindet sich großteils in Deutschland und der Schweiz. Er ist ein typischer Alpenrandsee, der vom Rhein durchflossen wird, und hat eine maximale Tiefe von 254m. Der Bodensee ist in ökologisch sehr gutem Zustand.In großem Kontrast dazu steht der zweitgrößte österreichische See, der Neusiedlersee, der im Osten Österreichs, vorwiegend im Burgenland, zum kleineren Teil in Ungarn liegt. Es handelt sich um einen innereuropäischen Steppensee, der fast nur Zuflüsse besitzt und weist eine maximale Tiefe von 1,8m auf. Auch der Neusiedlersee, Teil des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel verfügt über einen sehr guten ökologischen Zustand.
Österreich als Alpenland hat eine ganze Reihe inneralpiner und Alpenrand-Seen, die sich in von Gletschern ausgeschürften Becken, nach Rückzug der Gletscherzungen gebildet haben. Heute zeigen sich diese Relikte aus den Eiszeiten wie die Seenlandschaften des Salzkammerguts, mit dem Attersee oder der Altausseer See und des Kärntner Beckens, wie dem Wörther See, von der landschaftlich reizvollsten Seite.
Die Seen Österreichs stellen auch als bedeutendes Naturpotenzial ein wesentliches Element als natürliche Süßwasserspeicher im Wasserhaushalt dar. Der Schutz der Seen bildet daher sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht einen zentralen Aufgabenschwerpunkt der österreichischen Wasserwirtschaft.
Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
Im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die im Dezember 2000 in Kraft trat und im Dezember 2003 in österreichisches Recht umgesetzt wurde, ist als Ziel die Erreichung eines guten Zustandes für alle Gewässer bis 2015 genannt. Eine Verschlechterung der Gewässer ist zu verhindern. Die WRRL gilt für das Grundwasser, die Fliessgewässer und die Seen.
Das grundlegende Ziel der WRRL Richtlinie ist es einen guten ökologischen und chemischen Zustand für die Oberflächengewässer und einen guten chemischen und mengenmäßigen Zustand bei Grundwasser zu erreichen und zwar spätestens bis zum Jahr 2015. Damit soll europaweit ein guter und vergleichbarer Standard hergestellt werden.
Für die Bewertung diese Zustands gibt es genaue Vorgaben: Für Fließgewässer und Seen orientiert sich die ökologische Bewertung an der Ausprägung der Lebensgemeinschaften im Gewässer. Jedes Gewässer weist im natürlichen Zustand charakteristische Merkmale auf – ein Gebirgsbach beispielsweise andere als ein Tieflandstrom. Die WRRL gibt vor, dass die Gewässer in Typen einzuteilen sind und ihre ökologische Bewertung anhand der typspezifischen Tiere und Pflanzen erfolgt.
Die WRRL schreibt vor, dass Gewässer in Abschnitte (= Wasserkörper) eingeteilt werden und in einem ersten Schritt die Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf den Gewässerzustand abgeschätzt werden. Anschließend ist der Zustand mittels Messprogramm zu überwachen, um schließlich daraus Maßnahmen für die Zustandsverbesserung abzuleiten. So wurden in Österreich 62 Seen mit jeweils mehr als 50 ha Fläche analysiert.
Kulturlandschaften am See
Durch Salzvorkommen haben sich schon zur Jungsteinzeit, wie in Hallstatt am Hallstätter See, Kulturen und nachfolgend eine reiche bäuerliche Volkskultur entwickelt. Die Österreichischen Seen sind attraktive Kulturlandschaft und Urlaubsattraktionen ersten Ranges.
Der Tourismus ist in unserer Dienstleistungsgesellschaft zu einem maßgeblichen sozialen und ökonomischen Faktor geworden. Der moderne Tourismus entwickelte sich vor allem an Heilquellen und Thermen sowie an Seen. Dieser bereits sehr früh verankerte Zusammenhang „Wasser und Tourismus“ stellt bis in die Gegenwart einen ganz wesentlichen Antriebsmotor für Nächtigungszahlen im Urlaubsland Österreich dar. Auf der Hitliste in- und ausländischer Gäste stehen die österreichischen Seen mit ihrer bekannt guten Wasserqualität natürlich ganz oben.
Die heimischen Badeseen sind nicht nur sauberer denn je, rundum wird auch einiges geboten: von zahlreichen Freizeitmöglichkeiten bis hin zu internationalen Sport- und Kulturevents.
Seen in Österreich sind auch Naturkulisse für viele Sommerveranstaltungen. Seefestspiele gibt es am Bodensee (Bregenzer Festspiele), am Neusiedlersee (in Mörbisch) und am Wörthersee. Am Ossiachersee findet das Festival Carinthia statt.
Sport und Erholung an Österreichs Seen
Im Sommer kann man Schwimmen, Rudern, Boot fahren, Surfen oder auch Kitesurfen, Wasserski fahren, Tauchen oder Parasailing betreiben. Von malerischem Reiz ist auch der Winter mit Eisstockschiessen und Eislaufen an den vereisten Seen. Viele suchen auch Ruhe und Entspannung mit Wandern und Spazierengehen.
22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


