Abwasserentsorgung
Entsorgung der Abwässer sind ein zentraler Punkt der österreichischen Gewässerschutzpolitik. Gehandelt wird nach dem Vorsorgeprinzip mit der Verpflichtung zur Reinigung der Abwässer entsprechend dem Stand der Technik. So sollen nachträgliche Sanierungsfälle vermieden werden.
Hier wurde in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht. Wesentliche Faktoren für den Rückgang von Verunreinigungen von Grund- und Oberflächenwässern sind:- die Festlegung von Emissionsgrenzwerten für Industrie und Gewerbe sowie die Berücksichtigung des Schutzes von Wasserressourcen schon im Planungsprozess für Industrieanlagen;
- der Ausbau und die Instandhaltung der Kanalnetze sowie von Abwasserreinigungsanlagen;
- Maßnahmen zur Altlastensanierung sowie strenge Regelungen für die Behandlung und Entsorgung von Abfällen sowie die Umsetzung des Umweltprogramms in der Landwirtschaft.
Gewässergüteklassen
Aufgrund der konsequenten Abwasserreinigung in Österreich haben bereits 88 Prozent der Flüsse die Gewässergüteklasse I oder II (auf einer IV-stufigen Skala).
Biologische Gewässergüte der Flüsse im Jahr 2005:
(Relativer Anteil an den Gewässergüteklassen in Prozent)
- 4 Prozent: Gewässergüteklasse I: Nicht beeinträchtigt.
- 35 Prozent: Gewässergüteklasse I-II: wenig beeinträchtigt.
- 49 Prozent: Gewässergüteklasse II: mäßig beeinträchtigt.
- 11 Prozent: Gewässergüteklasse II-III: kritisch beeinträchtigt.
- 1 Prozent: Gewässergüteklasse III: stark beeinträchtigt.
Derzeit sind rund 89 Prozent der Bevölkerung an öffentliche Kanalisationsanlagen mit entsprechender Abwasserreinigung angeschlossen. Der restliche Abwasseranfall von rund 11 Prozent wird über dezentrale Anlagen wie Kleinkläranlagen oder Senkgruben ordnungsgemäß entsorgt.
Abwasseranfall-Arten der Abwasserreinigung
Seit 2001 wird das gesamte in zentralen Kanalisationssystemen gesammelte Abwasser in Kläranlagen gereinigt. Im Jahr 2001 wurden 1,068 Mio. m3 /Jahr Abwässer geklärt. Von diesen 100 Prozent erfuhren:
- 84 Prozent eine Abwasserklärung;
- 9,2 Prozent eine mechanisch-biologische Reinigung.
- 6,8 Prozent wurden durch Hauskläranlagen und Senkgruben behandelt.
Die Förderungen der Siedlungswasserwirtschaft für Investitionen in die Wasserver- und Abwasserentsorgung kamen in den vergangenen Jahren vor allem dem Ausbau des Kanalnetzes und der Kläranlagen zugute.
Im dünn besiedelten ländlichen Raum besteht dennoch ein Nachholbedarf hinsichtlich des Anschlussgrades an Abwasserreinigungsanlagen, der hier teilweise erst bei 60 Prozent liegt. Die Investitionen der Siedlungswasserwirtschaft geben, neben den positiven Auswirkungen auf die Wasserqualität, starke Impulse für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.
Allein im Jahr 2005 wurden im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft Förderungen über 286 Mio. Euro ausgezahlt, davon gingen 277 Mio. Euro an die kommunale Siedlungswasserwirtschaft. Der Rest ging an betriebliche Abwasserentsorgungsmaßnahmen und an Forschungsprojekte im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft.
Dadurch wurden mehr als 13.000 Arbeitsplätze gesichert bzw. neu geschaffen. Die Bundesförderung der Siedlungswasserwirtschaft fördert auch Projekte, die Gemeinden bei der effizienten und effektiven Leistungserbringung unterstützen und die einen wichtigen Schritt zur Modernisierung und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche darstellen.
Benchmarking in der Abwasserentsorgung
Eines der neu eingeführten Instrumente, das in der Privatwirtschaft bereits erfolgreich angewendet wird, ist Benchmarking. Wie im Bereich der Wasserversorgung gibt es auch ein regelmäßiges Benchmarking in der Abwasserentsorgung. Damit steht den Betreibern ein wirkungsvolles Instrument für die Identifizierung von Verbesserungsmaßnahmen zur Verfügung.
22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


