Wasserkraft
Die Nutzung der Wasserkraft ist aus ökonomischen Aspekten, aber auch insbesondere für eine nachhaltige Entwicklung und zur Erreichung der Klimaschutzziele von Bedeutung. Die Wasserkraft stellt als erneuerbare Energieform die Hauptquelle der erneuerbaren Energie in Österreich dar.
Österreich verfügt aufgrund der Alpen und der klimatischen Lage in Mitteleuropa nicht nur über umfangreiche Niederschläge und reichhaltigem Zufluss. Zahlreiche Alpenflüsse in inner- und außeralpinen Tälern und der Donaustrom, der Ober- und Niederösterreich von West nach Ost durchzieht, entwässern das Land. Die Bäche und Flüsse verfügen über ausreichend Gefälle, deshalb bietet sich eine energetische Nutzung der Wasserkraft durch Antrieb der Turbinen in Flusskraftwerken und Speicherkraftwerken an.In der aktuellen Diskussion um die Nutzung der Wasserkraft geht es neben den Aspekten der Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom als Basis unseres Wohlstands vor allem um die Umweltauswirkungen derartiger Baumaßnahmen.
Die Ablehnung Österreichs der Atomenergie spielt in diesem Zusammenhang eine ebenso große Rolle wie die Klimaschutzdebatte und die Tatsache, dass ein großer Teil unserer Flüsse „stau- bzw. schwallbeeinflusst“ ist.
Diese Beeinflussungen stellen eine besondere Herausforderung im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie dar. Maßnahmen wie Fischaufstiegshilfen, ausreichend Restwassermengen etc. sind zu setzen.
Energieerzeugung durch Wasserkraft
Der Energieverbrauch ist in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten konstant gewachsen. Von 1970 bis 2004 stieg der Bruttoinlandsverbrauch insgesamt um 75 Prozent und bezifferte sich im Jahr 2004 auf 1.395 PJ. Bei den erneuerbaren Energieträgern kam es zu einem Anstieg rund 142 Prozent. Energie aus Wasserkraft ist eine erneuerbare Energieform, neben Biomasse, Geothermie, Windkraft, Photovoltaik (Solarstrom) u.a..
Erneuerbare Energieträger: Anteil am Bruttoinlandsverbrauch in Prozent im Jahr 2005:
- Wasserkraft: 8,97 Prozent
- Biogene Brenn- und Treibstoffe: 5,46 Prozent
- Brennholz: 4,50 Prozent
- Brennbare Abfälle: 1,41 Prozent
- Umgebungswärme: 0,68 Prozent
- Windkraft und Photovoltaik (Solarstrom): 0,34 Prozent
Die Wasserkraft ist der quantitativ bedeutendste erneuerbare Energieträger in Österreich. Der Bruttoinlandsverbrauch hat sich von rund 76,6 PJ im Jahr 1970 auf rund 131 PJ im Jahr 2004 erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von 71 Prozent. Damit hält Wasserkraft im Jahr 2004 einen Anteil von 9,4 Prozent am gesamten Bruttoinlandsenergieverbrauch und 43,7 Prozent an den erneuerbaren Energieträgern.
Die Bedeutung der Wasserkraft bei der Erzeugung von elektrischer Energie ist in Österreich groß. Je nach Witterungsbedingungen lag der Anteil der Wasserkraft an der gesamten inländischen Aufbringung von elektrischer Energie im Zeitabschnitt von 1980 bis 2004 zwischen 58,6 Prozent und 74,5 Prozent.
Die österreichischen Fließgewässer verfügen insgesamt über ein Energiepotenzial von rund 53.700 GWh/Jahr. 64 Prozent davon werden derzeit schon genutzt und Anlagen, die den Ausbaugrad um weitere 2 Prozent steigern werden, befinden sich in Bau.
Für die Entscheidung darüber, ob ein Gewässer energiewirtschaftlich genützt werden soll oder nicht, sollen das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse an der Bewahrung der Natur vor störenden Eingriffen gegeneinander abgewogen werden. Zu Bedenken ist, dass eine aus Wasserkraft erzeugte Megawattstunde 330 Tonnen Kohle spart.
Kleinwasserkraft
Im Jahr 2005 wurden 3558 GWh elektrische Energie aus Kleinwasserkraftwerken in das Netz eingespeist. Über die größte Anzahl an Anlagen verfügen Nieder- und Oberösterreich.
Für Strom aus Kleinwasserkraftwerken (Anlagen< 10 MW) kommt das gleiche Fördersystem wie für die „Sonstigen Ökostromanlagen“ zur Anwendung, wobei eine Anhebung des Anteils an der Stromerzeugung auf 9 Prozent bis zum Jahr 2008 festgelegt wurde.
22.02.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


