Wasserbildung – Aufbruch zu neuen Ufern
Seit vielen Jahren engagiert sich das Lebensministerium im Bereich in der Wasserbewusstseinsbildung.
Eine wesentliche Säule dazu bildet die Jugend- und Bildungsarbeit, wo für Kinder vom Kindergartenalter an bis zu Jugendlichen altersadäquates Informations- und Animationsmaterial angeboten bzw. über Wettbewerbe die Auseinandersetzung mit dem„Lebenselement Nr. 1“ zusätzlich angeregt und attraktiviert wird.Bildungspolitische Zielsetzung ist es, die Jugendlichen mit wichtigen Informationen zum Thema Wasser bestmöglich zu versorgen und ihnen damit die Chance zu geben, verantwortungsvoll mit dieser wertvollen Ressource umzugehen und in der Gesellschaft Vorbildwirkung mit ihrem Handeln zu erreichen. Dieses ist gerade im Hinblick auf das ständige Bedrohungsszenario, dem Wasser rund um die Uhr ausgesetzt ist, eine wichtige Zukunftsaufgabe vorsorgend unser Wasser zu schützen. Jugendliche mit ihrem Engagement und ihrer Sensibilität für die Umwelt zu Verbündeten, zu mündigen „WasserbürgerInnen“ zu machen, ist das Ziel, das in der Wasserbildung zu verfolgen gilt. Besondere Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen ergaben sich natürlich in Zusammenhang mit dem von der UNO 2003 ausgerufenen „Jahr des Wassers“:
Jugendprojekte zum „Jahr des Wassers 2003“
Das Lebensministerium setzte im „Jahr des Wassers“ einen Schwerpunkt im Jugendbereich. Umweltminister Josef Pröll: „Wir suchen den Dialog mit Jugendlichen, geben Impulse zur "Wasserbildung" und setzen auf die kreative Auseinandersetzung der jungen Generation mit dem wichtigsten Lebensmittel. Eine gute WasserZukunft in Österreich ist ganz wesentlich auch von den Einstellungen und der Wertschätzung der jungen Generation abhängig.“
"Wasser ist uns wichtig" ist ein neues Bildungsangebot für Landwirtschaftliche Fachschulen und die österreichische Landjugend, das in Kooperation mit der ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) entstand. Die Arbeitsmaterialien mit eigens entworfenem Comic sollen sowohl in fachlicher als auch kreativer Form den verantwortungsvollen Umgang der jungen Menschen mit Wasser fördern. Das Besondere am Projekt "Wasser ist uns wichtig" ist, dass Jugendliche verschiedenen Alters in das Projekt mit eingebunden und eingeladen wurden, Ideen zu den verschiedenen Wasserthemen zu entwickeln. Da eine Schülerinnengruppe der HBLA Sitzenberg-Reidling (NÖ) mit besonderem Engagement an dem Projekt mitarbeitete und auch an der Motivauswahl des Comics beteiligt war, erfolgt die Präsentation durch die Schülerinnen aus dieser Schule. In diesem Sinn sind die neuen Arbeitsmaterialien ein Angebot von Jugendlichen an Jugendliche an mittlere und höhere landwirtschaftliche Fachschulen sowie in der Österreichischen Landjugend, sich mit dem Thema Wasser intensiv auseinander zu setzen.
Der Homepage-Wettbewerb zum Themenkreis "Wasser in Europa – nachhaltig nutzen, grenzenlos schützen" bediente sich der neuen Medien, um Jugendliche an das Thema Wasser heranzuführen. Ziel war es, Jugendliche an das komplexe Thema Wasser heranzuführen und Bewusstsein für seine Bedeutung zu schaffen Im Zuge des Wettbewerbs wurden von den TeilnehmerInnen ausgiebige Recherchen durchgeführt und die Inhalte in Form einer Homepage aufbereitet. Von insgesamt 30 eingereichten Beiträgen wurden 26 Beiträge zum Wettbewerb zugelassen und einem öffentlichen Online-Voting unterzogen. Ergänzend wurde ein ExpertInnen-Voting mit Fachleuten aus den Bereichen Wasserschutz, Nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung, Graphik und Design durchgeführt, das zu 50 % in die endgültige Reihung der Beiträge einfloss. Die drei Siegerprojekte wurden mit insgesamt 2.000 Euro prämiert und von den Jugendlichen selbst präsentiert. Sie überzeugten beim Voting sowohl durch ihre Inhalte als auch durch die hervorragende graphische und technische Aufbereitung. Die Siegerklasse erklärte sich bereit, einen Teil des Preisgeldes für ein Entwicklungszusammenarbeitsprojekt in Brasilien zur Verfügung zu stellen, bei dem der Ausbau von Wasserzisternen in den Armenvierteln der brasilianischen Siedlungen und Städte den Schwerpunkt bildet.
“WATER [IN] MOTION“
Der Wasser-Videowettbewerb wurde vom Lebensministerium speziell zum „Jahr des Wassers“ kreiert. Der Wasser-Videowettbewerb water[in]motion wandte sich an alle Jugendlichen Österreichs im Alter von 11 bis 19 Jahren. Teilnehmen konnten Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen. Ziel war es, Jugendliche im „Jahr des Wassers 2003“ zu einer spielerisch-kreativen Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Wasser einzuladen.
Insgesamt 29 Beiträge mit einer Gesamtspiellänge von 3,5 Stunden langten bis Mitte Oktober 2003 bei den OrganisatorInnen ein. Unter den eingereichten Filmen waren verschiedenste filmische Kategorien vertreten: Naturfilme, kurze Spielfilme, künstlerische Beiträge und Animationsfilme. Kreativität und Witz, oftmals ungewöhnliche Blickwinkel auf das Thema und ein souveräner Umgang mit dem Medium Film zeichneten viele der eingeschickten Wasserfilme aus.
Eine Fach-Jury wählte aus den 29 Beiträgen insgesamt drei Hauptpreise und zwei Sonderpreise. Die jungen FilmemacherInnen erhielten vom Lebensministerium ein Preisgeld im Gesamtwert von 3.000,- EUR, Urkunden sowie Sachpreise, die von Römerquelle, S-he Stylezone und Brandauer’s Villen am Wolfgangsee gesponsert wurden.
WASSERBAR des Lebensministeriums bei den "YouthDays"
Das Finale von water[in]motion fand im Rahmen der "YouthDays" statt, die vom 6. bis 8. November 2003 im Donauzentrum-Donauplex in Wien-Kagran über die Bühne ging. Österreichs größte Jugendmesse bot drei Tage lang ein tolles Rahmenprogramm mit Action- und Lifestyle-Areas, DJs und Partys. Im Anschluss an Preisverleihung und Filmvorführung wurden die jungen PreisträgerInnen an die water[in]motion-WASSERBAR eingeladen, die das Lebensministerium während der "YouthDays" im Donauzentrum betrieben hat.
„Generation Blue“ – die neue Jugendwasserplattform im Internet
Mit 1. Mai 2004 ging ein neues Internet-Angebot des Lebensministeriums für Jugendliche online. Die innovative Site www.generationblue.at ist erster Eckstein des für die nächsten vier Jahre geplanten Projekts „Generation Blue“. Ziel ist es, die nächste Generation, die heute 13-19 Jährigen für das Thema Wasser zu sensibilisieren und sie zu mündigen Wasserbürger/innen zu machen. Um mit den Jugendlichen in ihrer „Sprache und Welt“ zu kommunizieren, erhalten sie eine Plattform, wo sie sich mit dem Wasser befassen und sich selbst einbringen können.
Wie eingangs erwähnt sind Kinder und Jugendliche für die Bildungsarbeit des Lebensministeriums im Wasserbereich seit vielen Jahren wichtiges Thema. In konsequenter Fortsetzung dieser Aktivitäten hat Umweltminister Josef Pröll zum Weltwassertag 2004 das neue Jugendprojekt „Generation blue“ aus der Taufe gehoben. Wasser soll in allen seinen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Dimensionen für die Jugend erlebbar gemacht werden.
„Generation blue“ wird vom Lebensministerium initiiert und soll durch finanzielle Beteiligung aus der Wasserwirtschaft und durch Sponsorenbeiträge zu einer breiten schlagkräftigen österreichweiten Aktion für Jugendliche werden. Das Projekt setzt sich strukturiert über das Medium der Jugend – dem Internet – mit dem Thema Wasser über einen geplanten Zeitraum von vier Jahren auseinander. Die Internetplattform soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich zu „treffen“, Inhalte und eine eigene Welt zur Identifikation spielerisch vermittelt zu bekommen. Onlinespiel, Gewinnspiele, Newsletter und vieles weitere rund ums Wasser werden auf der neuen Jugendseite zu finden sein.
Da die Altersgruppe zwischen 13-19 sehr oft noch die Schule besucht, ist es wichtig, dass auch die LehrerInnen und ProfessorInnen in das Thema eingebunden werden. Eine erste Einladung zur Beteiligung ist mit Erlass des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur an alle Schulen im April 2004 versendet worden. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer begrüßt diese Initiative des Lebensministeriums und sagt volle Unterstützung für dieses Projekt mit ihrem Ministerium zu.
„Generation blue“ spielt sich aber nicht nur im Internet ab. Wenn es darum geht, dass Wasser und Jugend bei einem Event zusammen kommen, wird die „Generation blue“ dabei sein. So ist die Teilnahme an Wassersportfesten, am Danube Day und an Jugendmessen (z.B. Youth Days in Wien) geplant. Eine Vision des Projektes ist es auch, das europäische Jugendwasserparlament nach Österreich zu bekommen. Ein wichtiger Meilenstein dazu ist das Vorfeld des 2008 in Wien stattfindenden Weltwasserkongresses.
„Generation blue“ soll den Jugendlichen auch ein globales „Wassergewissen“ vermitteln. Deshalb unterstützt die „Generation blue“ den Bau eines Brunnens für die Wasserversorgung eines Dorfes in Afrika, genau gesagt in Äthiopien. Das Projekt wird im Rahmen der Aktion „Menschen für Menschen“ von Karheinz Böhm abgewickelt. Hier soll die globale Verantwortlichkeit speziell im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung aufgezeigt und gelebt werden.
In diesem Sinne stellt das Projekt „Generation blue“ den Höhe- und Kulminationspunkt der Wasserbildung dar und sollte fokussiert auf die nächsten vier Jahre der jungen Generation die Möglichkeit bieten, mündig und selbstbewusst Österreich als Wasserland nach innen und im Ausland zu vertreten. Ziel dabei ist auch ein länderübergreifendes Engagement der Jugendlichen. Die Diskussion zum Thema Wasser hat in Europa gerade erst begonnen. Die Jugendlichen werden für uns in den nächsten Jahren eine wichtige Säule zur Meinungsbildung darstellen. Das Lebensministerium möchte sie dabei bestmöglich unterstützen.
16.10.2008, Lebensministerium VII/5


