Ursachen des Hochwassers
Es sind vermutlich drei wesentliche Faktoren, die das Entstehen von Hochwasserkatastrophen begünstigen: Extreme Niederschläge, Ansiedelungen in potentiell gefährdeten Gegenden und versiegelte Landschaften.
Beim Katastrophen-Hochwasser vom August 2002 lassen sich die extrem hohen Niederschlagsmengen anhand der Messungen leicht bestätigen. Im Mühl- und Weinviertel waren besonders am 6. und 7. August Wassermengen niedergegangen, die statistisch gesehen nur alle 500 Jahre vorkommen. In einigen Orten wie Lichtenau, Weikertschlag oder Schenkenfeld fielen innerhalb von nur zwei Tagen 220-250 mm Regen. Eine Niederschlagshöhe von 1mm entspricht 1 Liter Regenwasser pro Quadratmeter. An der Messstelle Schenkenfeld beträgt die durchschnittliche Monatssumme im August 87 mm. Somit ging dort in nur zwei Tagen zweieinhalb mal mehr Regenwasser nieder als für gewöhnlich in einem ganze Monat. Bei solchen Niederschlagsintensitäten spielen weitere Faktoren wie die Flussregulierung und die Versiegelung des Bodens nur eine untergeordnete Rolle für die Entstehung von Hochwasserkatastrophen.In der Schutzwasserwirtschaft ist als Schutzziel für Siedlungsgebiete ein Schutz vor Hochwässern mit 100-jährlicher Eintrittswahrscheinlichkeit vorgesehen. Dementsprechend sind Gefahrenzonenpläne für den Siedlungsbereich für Hochwässer festgelegt, die statistisch alle 100 Jahre auftreten. Was jedoch im August 2002 im Einzugsgebiet von Naarn und Kamp geschah, tritt statistisch gesehen nur alle 500 bis 1000 Jahre ein. Dadurch waren die gewählten Schutzmaßnahmen vielfach nicht mehr ausreichend. Daneben kam es in Siedlungsbereichen aber auch deshalb zu gravierenden Schäden, weil in der Vergangenheit innerhalb von Gefahrenzonen Bauland ausgewiesen und potentiell gefährdete Hochwassergebiete bebaut wurden.
17.05.2004, Lebensministerium VII/5

