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Das Hydrographische Datenmanagement System (HyDaMS)

Die Abteilung VII/3 - Wasserhaushalt im Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ist die zentrale Organisationseinheit des Hydrographischen Dienstes in Österreich.

Seit mehr als 100 Jahren steht sie an der Spitze des Hydrographischen Dienstes, welcher ein Messstellennetz von mehr als 6000 Stationen betreibt.
Die Aufgaben der Abteilung Wasserhaushalt sind die Planung und Koordination der Datenerhebung für den Wasserkreislauf (Niederschlag, Oberflächenwasser, Grundwasser), die Koordination der bundeseinheitlichen Datenanalyse, die Steuerung der fachlichen Arbeit der neun Hydrographischen Landesdienststellen sowie der ca. 2500 freiberuflichen Beobachter. Grundlage für diese Aufgaben ist das Bundesgesetz über die Erhebung des Wasserkreislaufes und der Wassergüte (Hydrographiegesetz), das die Erstellung von Arbeitsprogrammen, die Festlegung der Planungsvorgaben, die Erlassung von Verordnungen und die Vorgaben für die Umsetzung enthält sowie die Finanzierung zwischen Bund und Ländern regelt.

HyDaMS

Der hydrologische Alltag in den Hydrographischen Landesdienststellen ist vom Handling großer zeitbezogener Datenmengen (Zeitreihen vieler Messstellen, Parameter, unterschiedlicher Zeitbezüge, Aussage, Herkunft) geprägt, welche für vielfältige und umfangreiche Auswertungen benötigt werden. Die steigende Anzahl der Messstellen und die immer größeren Ansprüche an die Datenqualität bei gleichzeitiger Zunahme anthropogener Beeinflussung der Gewässer, die eine wesentlich aufwendigere Bearbeitung und Prüfung der Daten erfordert, veranlasste die Abteilung VII/3 - Wasserhaushalt (Hydrographisches Zentralbüro) bereits vor rd. 20 Jahren, die automationsgestützte Datenverarbeitung einzuführen. Nach einer Einsatzzeit von mehr als 15 Jahren entsprach die vom Land- und Forstwirtschaftlichen Rechenzentrum (LFRZ) erstellte Großrechner-Applikation nicht mehr den Ansprüchen.

Den aktuellen Anforderungen endsprechend wurde Mitte der 90er Jahre von Mitarbeitern der Abteilung ein Konzept ausgearbeitet, welches vorsieht, diesen großen Informationsgehalt der Zeitreihen, zusammen mit vielen anderen messstellenrelevanten Daten, in ein modernes Informations-System einfließen zu lassen, in das alle Auswertungen, Bearbeitungsmöglichkeiten, Report-Generierungen, die Modell-Versorgung und die Visualisierungsmöglichkeiten eingebunden sind.

Da zum damaligen Zeitpunkt keine Software am Markt zur Verfügung stand, die allen Anforderungen entsprach, war es notwendig, ein Hydrologisches Informations-System für Zeitreihen zu entwickeln. Nach der Ausarbeitung eines umfangreichen Pflichtenheftes erfolgte im Juli 1994 die Ausschreibung für die Implementierung des Hydrographischen Datenmanagement-Systems (HyDaMS). Nach einer ausführlichen Evaluierungsphase wurde der Fa. Aqua_plan, einem Ingenieurbüro aus Aachen, BRD, der Zuschlag erteilt. Mit diesem System, können nun flexibel die Wünsche der Anwender im Hydrographischen Dienst erfüllt werden.

HyDaMS ermöglicht einen schnellen Datenzugriff, bietet einfache Benutzeroberflächen an, stellt alle hydrologisch relevanten Funktionalitäten auf Zeitreihen bereit und ermöglicht die Gestaltung der Oberflächen und Prozeduren in einfachen Scripts. Das zugrundeliegende Datenmodell umfasst im wesentlichen die Stammdaten und Zeitreihen, wobei die Stammdaten in einer relationalen Datenbank abgelegt werden. Die zeitbezogenen Massendaten hingegen werden in Binär-Files gespeichert.

Mit diesen Werkzeugen kann der Benutzer den Zusammenhang aller wesentlichsten Parameter des Wasserhaushaltes darstellen und analysieren. Neben der Erstellung des Hydrographischen Jahrbuches von Österreich auf der Grundlage der HyDaMS Stammdaten- und Zeitreihenverwaltung können auch wasserbedingte Naturkatastrophen rasch und effizient evaluiert werden. Die Abbildung zeigt die Darstellungsmöglichkeit von Ganglinien verschiedener Parameter.

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Foto: BMLFUW/A...


HyDaMS ist auf allen Servern der 10 Hydrographischen Dienststellen (9 Bundesländer und Wasserstraßendirektion) installiert. Die Messstellen - Stammdaten werden vor Ort in den Hydrographischen Landesdienststellen gewartet, die Zeitreihen laufend erfasst, geprüft und mit eigens dafür entwickelten Programmen in komprimierter Form über Internet an die Abteilung VII/3 (Hydrographisches Zentralbüro) übertragen und von dort auf den Unix-Server im Bundesrechenzentrum (BRZ) importiert.

16.10.2008, Lebensministerium VII/3